Der Beruf Einrichtungsleitung in Zeiten des Pflegenotstands und stümperhafter Pflegepolitik?

„Das braucht keine Sau“ wäre der vollmundig spontane Ausruf auf diese Frage bei uns im Ruhrgebiet. Obwohl der Satz grammatikalisch gar keine Frage ist.

  • Wie fühlt man sich als Einrichtungsleitung in Zeiten des Pflegenotstands und stümperhafter Pflegepolitik?
  • Was kann man als Einrichtungsleitung gegen Zeiten des Pflegenotstands tun?
  • Wie hält man als Einrichtungsleitung dem Druck der Investoren stand?
  • Wie behält man als Einrichtungsleitung sein Herz in der Brust?
  • Wo bekommt man Hilfe als Einrichtungsleitung in Zeiten des Pflegenotstands?
  • Wie bleibt man als Einrichtungsleitung in diesen Zeiten stark, gesund, glücklich und leidenschaftlich?

Der Deutsche Gewerkschaftsbund und Ver.di haben im September 2018 eine repräsentative Befragung der Beschäftigten zu den Arbeitsbedingungen in der Alten- und Krankenpflege vorgestellt. 69 % der Arbeitnehmer in der Altenpflege fühlen sich bei der Arbeit gehetzt. 42 % bedauern, häufig Abstriche bei der Qualität ihrer Arbeit machen zu müssen um die Arbeitsmenge bewältigen zu können.

84 % der Befragten waren Frauen und die Teilzeitquote lag bei 45 %.

Als Einrichtungsleitung in der Altenpflege werden wir tagtäglich mit der Ohnmacht und dem Frust der Pflegekräfte konfrontiert.

Aber auch wir Einrichtungsleitungen sind ohnmächtig.

In der Sandwichposition zwischen „Umsatzrendite“ von Seiten der Betreiber und „Überforderung“ von Seiten der Pflegemitarbeiter stoßen viele Einrichtungsleiterinnen an ihre Grenzen.

Die Herausforderungen für die Zukunft der Pflegebedürftigen, der pflegenden Angehörigen und der in der Pflege Beschäftigten sind jedem klar.

Pflegepolitische Forderungen an die Bundesregierung sind:

  1. Ausreichende Finanzierung der Pflegeleistungen
  2. Bekämpfung des Fachkräftemangels in der Pflege
  3. Gute Arbeit und bessere Bezahlung in der Pflege

Das war schon 1980, 1990, 2000, 2010 so und 2020 wird es wieder so sein.

Das hilft uns Einrichtungsleitungen nicht weiter.

El in schweren Zeiten01


So wie Martha geht es vielen von uns! Was kann man tun um aus dieser Sandwichposition zwischen Betreibern und Kunden zu entkommen?

Man braucht einen neuen Blickwinkel auf diese Situation!

Die Zeiten haben sich insoweit geändert, dass heutzutage die Mitarbeiter auch zu den Kunden zählen. Sie sind eine knappe Ressource, welche man im Sinne des Beziehungsmarketings an sich binden muss. Gleichzeitig fühlt man sich als EL aber auch betrogen, wenn man sich die größte Mühe gibt und die Mitarbeiter in den Krankenstand gehen oder die Einrichtung ganz verlassen.

Die Arbeitgeber sind heute oftmals eine Investorengruppe, die man persönlich kaum zu Gesicht bekommt und die nur in den seltensten Fällen schon einmal an einem Altenpflegeheimbett gestanden hat. Auch hier fühlt man sich schlecht, wenn man Rendite erwirtschaften muss, ohne dass diese Gruppe die Organisationsverantwortung auch wirklich übernimmt.

Viele Einrichtungsleitungen sind weiblich und in den „mittleren Jahren“.

Sie sind gefangen in ihrer Sozialisierung, den katastrophalen Umständen auf dem Markt und sind dem Druck der Arbeitgeber ausgeliefert.

Sie erhalten die gesamte Branche am Leben und trotzdem verdienen sie immer noch weniger als ihre männlichen Kollegen!

Viele sind permanentem Stress und Druck ausgeliefert, was letztendlich zu gesundheitlichen Problemen führt.

Eigentlich müssten sich alle Einrichtungsleiterinnen die Zeit nehmen, aus ihrem Hamsterrad herauszutreten und mindestens zehnmal tief durchatmen, um ihre Situation aus der Vogelperspektive heraus zu betrachten.

Doch das ist sehr schwer, wenn man als Führungskraft nur Löcher stopft, einem die Haare zu Berge stehen und man sich überfordert fühlt.

In dieser Situation ist man gar nicht in der Lage, sich aus dem "Loch"herauszuziehen und die Situation analytisch zu betrachten.

Wenn das dann doch einmal gelingt, wird klar, dass man dieses sinkende Schiff nicht allein an sein Ziel bringen kann!

Zu aller erst braucht man fähige Mitarbeiter im Boot!

Außerdem muss man die Investoren dazu bringen, alle „Lecks“ zu stopfen, auch wenn das die Umsatzrendite schmälert.

Sonst kann man als Kapitänin dieses Boot niemals in den sicheren Hafen fahren und geht mit samt der Bewohner unter.

Als Leitung einer Altenpflegeheimeinrichtung ist man der Kopf des Betriebs und muss diesen führen.

Es stellt sich dann die Frage, welche Maßnahmen man in Bezug auf seine Mitarbeiter ergreifen muss. Welche Maßnahmen muss man in Bezug auf seinen Arbeitgeber ergreifen und welche Maßnahmen muss man in Bezug auf sich selbst einleiten?

Eine sofortige Lösung habe ich auch nicht parat, aber vielleicht gibt Dir das Lesen meines Blogs in Zukunft das Gefühl, nicht mehr ganz allein zu sein.

Vorerst gibt es Artikel zum Thema Mitarbeiterführung, Gedanken zur Branche und Geschichten bzw. Anekdoten.

Außerdem ein kostenloses E-Book zum Thema Überforderung.

Auch das erste Gespräch bei meinem Telefon-Coaching ist kostenlos.

Gern veröffentliche ich hier auch Artikel von Gastautoren. Traut euch.

Vielleicht kommen wir gemeinsam der Lösung etwas näher.

Führe leidenschaftlich, sei leidenschaftlich...


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