Mitarbeiterführung in der Altenpflege: 5 Grundgedanken, welche Dich zu einer besseren Chefin machen werden.

Sich selbst und die anderen zu durchschauen, ist die Grundlage allen Führens!

Warum lebt die Menschheit nicht mehr in Höhlen?

Weil wir uns im Grunde unseres Herzens nach der totalen Befriedigung sehnen.

Und die findet man eben nicht in einer Höhle.

Um aus dieser Höhle hinaus zu kommen, musten wir uns selbst hinterfragen. Moderne Interpretationen dieser Hinterfragung aus dem Bereich des Führungswesens wären:

Warum tun wir das was wir tun?

Und warum tun wir etwas Anderes eben nicht?

Warum tun Mitarbeiter was du sagst? Oder eben nicht?

Ich habe im Laufe der letzten Jahre viele Heimleitungen kennengelernt, die sich jung, dynamisch und mit den besten Vorsätzen in ihr Führungskräftedasein gestürzt haben.

Mitarbeiterführung in der Altenpflege ist aber nicht leicht, irgendwann standen sie komplett überfordert und desillusioniert vor mir und erklärten:

  • Die Mitarbeiterfluktuation sei hoch
  • Der Krankenstand bei 15 %
  • Die Mitarbeiterzufriedenheit gehe gegen null
  • Die Mitarbeiter wären faul und dumm

Ich dachte dann immer: Ach herrje, da muss ich ganz von vorne anfangen!!!

In der heutigen Zeit und in unserem Kulturkreis, kommen in der Hauptsache fünf Grundmotivationen zum Tragen:

1. Soziale Anerkennung

In der Schule, in der Clique oder am Arbeitsplatz hat das erste der Grundmotive, die soziale Anerkennung, große Bedeutung. Niemand möchte in einer Gruppe das letzte Glied der Kette sein.

Man möchte das „Alpha“- Tier und nicht der „Omega“- Prügelknabe sein.

Dieser Typus Mensch strebt nach Überlegenheit, Prestige, Status und Geltung. Das sind Menschen, die unbedingt nach „oben“ wollen, jedoch noch längst nicht „ganz oben“ angekommen sind.

Der Umgang mit solch einem Menschen ist schwer, denn er ist selten kritikfähig. Wenn er Fehler zugibt, glaubt er, in der Folge an Prestige zu verlieren.

Argumente, die diesen Typus näher an „Alpha“ (die Geschäftsführung) heran bringen, übernimmt dieser unbesehen.

Wenn man diesen Menschen zu einer Handlung bewegen möchte, klappt das am besten, indem man ihm einen Prestigegewinn verspricht. Dann übernimmt er die gewünschten Verhaltensformen recht schnell.

2. Sicherheit und Geborgenheit

Dieser Typus strebt nach Unauffälligkeit, Sparsamkeit und Gesundheit.

Er favorisiert das „Bewährte“ und vermeidet alles „Neue“.

Neue Verhaltensweisen übernimmt dieser Typus, wenn man ihm diese oft und gründlich erklärt und als Hilfen für mehr Überschaubarkeit verkauft.

Führen kann man diesen Mitarbeiter-Typus immer nur mit einem kommunikativen Führungsstil, indem man Transparenz schafft und Sicherheit im Ablauf bietet.

3. Vertrauen:

Menschen mit diesem Grundmotiv suchen nach einem oder mehreren Menschen, denen sie vertrauen können.

Dieser Typus erwartet von anderen auch eine vertrauensvolle Zuwendung zurück.

Er strebt nicht nach Anerkennung oder Sicherheit, sondern nach Nähe zu anderen Menschen.

Entscheidungen trifft dieser Mensch nicht eigenständig, sondern in Bezug auf Andere. Er spricht gerne über seine persönlichen Probleme und erwartet ein gewisses Interesse des Gegenübers.

Diese Menschen sind kameradschaftlich und allgemein beliebt. Sie werden oft ausgenutzt.

Führen kannst du diesen Mitarbeitertyp, indem du ihn auch mal nach etwas privatem wie den Kindern oder der Katze fragst und darauf achtet, dass er nicht ausgenutzt wird.

4. Selbstachtung:

Menschen mit diesem Grundmotiv sind darauf bedacht Normen und Werte einzuhalten.

Wenn sie es übertreiben, sind sie exakt, rigoros, starrsinnig und perfektionistisch.

Dieser Typus ist standpunkttreu und kompromisslos. Wenn etwas gegen seine Prinzipien verstößt, ist absolut unmöglich ihn zu einem Handeln zu zwingen.

Um diese Personengruppe zu führen, muss man in seinen Anweisungen exakt und präzise sein, Termine einhalten und darauf gefasst sein, dass dieser Mensch ein Gesprächsprotokoll braucht.

5. Unabhängigkeit und Verantwortung:

Dieser Typus möchte nicht zu etwas gezwungen werden. Er strebt nach einem eigenen Verantwortungsbereich.

Er ist eigenständig und möchte nicht abhängig sein weder wirtschaftlich noch emotional.

Diese Grundmotivation findet man oftmals bei Führungskräften und Selbstständigen.

Diesen Mitarbeitertyp führt man, indem man ihm eine Aufgabe gibt und ihn dann selbstständig machen lässt.

Ein Mensch hat immer alle Grundmotivationen in sich vereint. Eine ist vorherrschend, die anderen vier haben aber auch Anteile an der Gesamtpersönlichkeit. Im Laufe eines Lebens, kann es durchaus passieren, dass die vorherrschende Motivation von einer anderen abgelöst wird.

Mitarbeiterführung in der Altenpflege ist eine Kunst!

Es gibt in Deutschland Altenpflegeheime von guten Betreibern, in denen Einrichtungsleiterinnen solide Arbeit leisten können. Die Bewohner sind zufrieden, die Abläufe erprobt, die Mitarbeiterzufriedenheit hoch, das QM keine Makulatur und die Umsatzrendite moderat. Aber wir aus der Branche wissen auch von der Kehrseite der Medallie.

In vielen Einrichtungen sind die Führungskräfte angstbesetzt, die Bewohner schlecht gepflegt und die Mitarbeiterfluktuation hoch.

Der Pflexit geht um.

Hier sind Einrichtungsleitungen gefragt, welche das Ruder herumreißen und gemeinsam mit den Mitarbeitern den schweren Weg gehen!

Die Mitarbeiterführungsprinzipien gelten für alle Führungskräfte, aber für Einrichtungsleiterinnen aus der zweiten Hälfte dieser Aufzählung sind sie lebenswichtig.

Welche Grundmotivation bei einem Mitarbeiter vorherrscht, solltest du als Führungskraft erkennen können.

Denn du musst die Erwartungshaltung deiner Mitarbeiter, welche aus dieser Grundmotivation heraus entsteht, befriedigen. Das ist die Voraussetzung, um Mitarbeiter zufriedenzustellen und eine hundertprozentige Arbeitsleistung zu bekommen. Es gibt fünf Typen von Mitarbeitern.

  • Typus 1 setzt sich nur für sich und sein Prestige ein. Das ist die PFK, welche glaubt, es besser zu können als ihre Kollegen und die deren Fehler sofort meldet.

Als Mensch nervt uns so ein Verhalten. Als Führungskraft solltest du dieses Verhalten nicht bewerten. Der Mensch ist so, wie er ist!

Deine Aufgabe als Führungskraft ist es, für diesen Mitarbeiter eine seinem Typus entsprechende Aufgabe zu finden. Eine Aufgabe, welche seine Neigungen bedient und deine für die Einrichtung gesteckten Ziele unterstützt.

  • Typus 2 denkt immer an Sicherheit. Eine Pflegekraft, die ihren Dienstplan mindestens vier Wochen im Voraus braucht und immer auf dem gleichen Wohnbereich arbeiten möchte.

Natürlich kannst du diese Anforderungen erfüllen.

Einen Dienstplan perfekt zu schreiben ist eine Mischung aus Fleißarbeit und Übung.

  • Typus 3 setzt sich immer für seinen Chef ein.

Da solltest du aufpassen, dass dieser Mitarbeiter nicht 25 Tage am Stück durcharbeitet und dann umfällt.

Diese Menschen brauchen von dir Lob und Anerkennung in der richtigen Dosis.

  • Typus 4 ist perfektionistisch und lebt seine Grundsätze.

Er besteht auf seine Prinzipien.

So eine Pflegefachkraft hätte in meiner Einrichtung immer die Medikamentenschränke kontrolliert oder wäre Inkontinenzmittelbeauftragter.

  • Typus 5 geht über seine individuellen Grundsätze hinaus.

Das ist der Mitarbeiter, der sich nicht abhängig macht und über seinen Tellerrand hinausschaut.

So eine Pflegefachkraft wird entweder PDL oder geht auf eine 75 % Stelle und studiert nebenher.

Hier im Hasenblog möchte ich dir helfen, die Erwartungshaltung deiner Mitarbeiter besser zu verstehen und deine Erwartungshaltung auf ein Führungskräfte-Niveau zu bringen.

Welche Grundmotivation hat dich eigentlich dazu gebracht Einrichtungsleitung zu sein?

Aktionstep:

Feierabend, auf dem Weg nach Haus.

Überlege dir, welche deiner Mitarbeiter wohl zu welchem Grundmotivationstyp gehören.

Führe leidenschaftlich, sei leidenschaftlich...


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2 Kommentare

  • Guter Artikel, eine gute Auffrischung für den Alltag, da im Tagesgeschäft doch Einiges untergeht.
  • Hey Anna,

    danke für deinen Kommentar.

Was denkst du?